Crashout

auch: Crash Out, crashed out, crashing out

geprüft aufkommend· zuletzt geprüft am 2026-09-11

Kompletter emotionaler Ausraster, oft im Verhältnis zum Anlass übertrieben.

Wenn jemand "crasht" oder "einen Crashout hat", verliert diese Person komplett die Fassung und reagiert mit einem heftigen emotionalen Ausbruch. Das kann ernst gemeint sein oder stark übertrieben-ironisch, wenn jemand wegen einer eigentlich banalen Sache völlig überreagiert.

Er hatte totalen Crashout, nur weil der Bus zwei Minuten zu spät kam.
Bevor ich hier Crashout gehe, verlasse ich lieber kurz den Raum.

Der heute gebräuchliche Sinn von "Crashout" stammt aus dem African American Vernacular English (AAVE); früheste belegte Online-Beispiele reichen bis 2013 zurück. Popularisiert wurde der Ausdruck unter anderem durch eine Songzeile von NBA YoungBoy aus dem Jahr 2017. Ab Anfang 2024 verbreitete sich der Begriff durch TikTok-Videos stark im Mainstream. Ursprünglich war die Bedeutung deutlich härter gefasst und beschrieb eine rücksichtslose, konfliktsuchende Person, die eigene negative Konsequenzen bewusst in Kauf nimmt. Seitdem hat sich die Bedeutung abgeschwächt und wird heute überwiegend für vergleichsweise harmlose Überreaktionen verwendet – das deckt sich mit der aktuellen deutschen Jugendwort-Bedeutung 2026, für die "Crashout" 2026 einer der drei Finalisten bei PONS Langenscheidt war. Unabhängig davon gibt es im Englischen bereits seit den 1950er-Jahren eine ältere, andere Bedeutung von "to crash out": erschöpft und plötzlich einschlafen, etwa nach einem langen Tag. Das ist ein eigenständiger, getrennter Wortgebrauch. Ob zwischen dieser älteren Bedeutung und der oben beschriebenen AAVE-Bedeutung eine sprachhistorische Verbindung besteht, ist nicht belastbar belegt; eine solche Verbindung wird hier daher nicht behauptet.

Die AAVE-Herkunft und die Abschwächung der Bedeutung sind gut dokumentiert; wie genau und wann sich die härtere in die mildere Bedeutung gewandelt hat, lässt sich aus den vorliegenden Quellen aber nicht lückenlos zeitlich nachvollziehen. Zur Verwendung des Begriffs im deutschsprachigen Raum vor der Jugendwort-Nominierung 2026 liegen keine belastbaren Quellen vor.